hallucinogen persisting perception disorder http://hppd.blogsport.de geschichten von früher Sun, 26 Nov 2006 04:41:43 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en Bilanz des Krieges http://hppd.blogsport.de/2006/11/26/bilanz-des-krieges/ http://hppd.blogsport.de/2006/11/26/bilanz-des-krieges/#comments Sun, 26 Nov 2006 04:37:57 +0000 Administrator Allgemein http://hppd.blogsport.de/2006/11/26/bilanz-des-krieges/ Hat lange gedauert. Um aber vorallem auch Kasperle Hauser nicht zu enttäuschen reiche ich hiermit die Bilanz meiner Karriere nach

Wie lange mein Fall dauert(e) kann man per Email oder auch im Gespräch mit mir herausfinden (das ist mir dann doch zu wenig blogtauglich). Die Bilanz meiner Drogenjugend kann sich aber wohl in jeder Psychiatriestatistik sehen lassen. Im folgenden sind nur die nächsten Drogenfreunde aufgeführt:

Le. Le hatte an einem schönen Tag Engelstrompeten gegessen. Wieviel ist nicht bekannt – er mag sich auch nicht richtig erinnern. Nachdem er einige Stunden mit seinen Eltern (oder auch nicht – das ist nicht mehr genau zu eruieren) zusammen war, musste er panisch reiss aus nehmen und geriet in seinem Zimmer in eine Schleife, die er bis heute (ca. 7 Jahr später) nicht verlassen hat: Paranoia, Schlafstörungen, psychotische Störungen, Halluzinationen. Kurzjobs. Sozialhilfe(?). Wohnung, wo ihn seine Drogenfreunde belagerten. Als ich das letzte mal mit ihm gesprochen habe, war er grad auf Koks abgestürzt und erklärte, dass er ohnehin nicht länger als bis 30 leben wolle.

Pj. Pj kam erstaunlicherweise einige Jahre klar, spielte aber immer mehr Internetspiele und blieb immer zu Hause. Als ich ihn besuchte, redete er per Headset mit irgendwelchen «Freunden» aus irgendwelchen Gegenden der Welt. Vor einigen Monaten rief die Firma, bei der er seinen Kack-Job machte, seinen Mitbewohner an und erklärte, dass er nicht mehr bei der Arbeit erscheine. Sein Mitbewohner fand ihn in seinem Zimmer. Wände gelb. seit Tagen nicht mehr geduscht und Kleider nicht gewechselt. Seit Monaten hab ich nichts mehr von ihm gehört, laut seinem Mitbewohner ist er in einer Psychiatrie in der Slowakei (wo er herstammt).

Sa. Sa kam irgendwann zu mir, als ich noch in einer WG wohnte, wo täglich dutzende Leute aus und ein gingen. Um etwa zwölf Uhr wollte ich ihn nach hause bitten, da ich am nächsten Tag arbeiten musste. Sa erklärte allerdings, dass ich ihm seine Beine nicht geben würde und er entsprechend nicht gehen könne. Nachdem ich ihn doch rausspediert hatte, hörte man einige Tage nichts mehr von ihm. Anscheinend sei er zwei Tage barfuss durch unser Städtchen geirrt und dann direkt in die Psychiatrie eingewiesen worden. Vor etwa einem Jahr sah ich ihn wider: Schönes neues Auto. Herausgeputzt. Gut bürgerlich. Als ich allerdings mit ihm sprach, erhielt ich als Antwort hauptsächlich unzusammenhängende Satzfragmente zu hören, welche immerhin klar machten, dass er noch immer in psychiatrischer Behandlung ist.

Os. Os kam irgenwann von einer Goa-Party zurück und erzählte, dass er Miau-Miau-Wurst gegessen habe. Miau-Miau-Wurst war auch alles, worüber man sich fortan ernsthaft mit ihm unterhalten konnte. In der Folge tauchte er in immer neuen erstaunlichen «Kostümen» auf und trug immer einen schwarzen Regenschirm bei sich. Betreutes Wohnen. Psychiatrische Behandlung.

Hi. Hi kam irgendwie klar mit all dem Zeug. Einzig an Wochenende betrinkt er sich unglaublich und wacht nicht selten an den wildesten Orten auf. Das muss allerdings nicht mit dem früheren massiven Drogenkonsum in kausalem Zusammenhang stehen, sondern erklärt sich schon aus seinem beschissenen Job, den er 8 Stunden jeden Tag machen muss (Schicht, Massenproduktion).

Be. Be war sowas wie unser Mentor in Sachen Drogen organisieren und konsumieren. Wurde eines Nachts zu Tode geschleppt von einem Autor. Laut Polizei hängte sein Gürtel bei einem Auto ein. Allerdings trug er eigentlich immer Trainingshosen und wog um die 100 Kg.

Re. Re war erst kurz vor meinem «Ausstieg» mit LSD in Berührung gekommen und kassierte doch in kürzester Zeit eine ziemlichen «Brainfuck». Er war einige Wochen kaum aufzufinden und meldete sich Krank, blieb in seinem Zimmer und wurde von seinen Eltern zu einem Psychologen (nicht Psychiater) geschickt. Heute ist er schwer Alkoholiker und auf Koks. Als ich das letze Mal mit ihm gesprochen habe, erklärte er, dass er in einer psychischen Regenerationsphase sei – etwa 4 Jahre nach dem letzen Trip.

Es gab dann noch einige Leute, die einigermassen glimpflich davon kamen und andere, die auf Koks oder Sugar oder einfach Alkohol abstürzten, die genannten Fälle sind allerdings symptomatischer für die Art von Drogenkarriere, welche ich durchgemacht habe: Sehr jung begonnen, sehr viele Drogen (verschiedene und in kurzen Abständen) und sehr exzessive und unreflektierte Konsumationsweise.

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Abwärts und nicht vergessen… http://hppd.blogsport.de/2006/09/27/vorwarts-und-nicht-vergessen/ http://hppd.blogsport.de/2006/09/27/vorwarts-und-nicht-vergessen/#comments Wed, 27 Sep 2006 13:43:50 +0000 Administrator Allgemein http://hppd.blogsport.de/2006/09/27/vorwarts-und-nicht-vergessen/ Etwa ein bis zwei Jahre lange waren wir damit beschäftigt uns in allgemeinem Chaos und Verwirrung aufzulösen, indem wir wöchentlich LSD und andere Substanzen einwarfen. Wir machten uns in den Sommerferien 1996 auf, um vier Tage mit Inter-Rail zu trampen, jeder vier Nonames (weisse Trips) und einige Amphetaminkapseln im Gepäck. Wir sahen auf dem Viertagestrip unter anderem eine Fabrik abbrennen (in echt) und die Erde im Stillstand (in LSD), als wir zurückkamen hatten wir erstmal noch etwa eine Woche zu warten, bis wir wieder ganz klar wurden. In den selben Ferien bekam ich eine Psilos-Ladung ab, die mir Erleuchtungszustände einbrachten und die Welt nur noch in blau-rot wahrnehmen liess. Wöchentlich versuchten wir, in «höhere Sphären» vorzudringen. Wir glaubten, dass wir mit dem Rausch zusehends besser umgehen konnten, denn wir konnten mit kleinern Dosen uns «tiefer in den Rausch» steigern (was im Rückblick eine zunehmende psychische Empfindlichkeit darstellt, deuteten wir als das Gegenteil). Ich sah die Erde angetrieben von meinen Füssen, die Jahreszeiten innert einiger Minuten, in Seifenblasen eingesperrte Menschen. Wir trieben uns in Wäldern rum oder reisten in die Berge um von Gipfeln in die Ferne zu blicken mit der festen Überzeugung noch in Kilometern Entfernung alles zu erkennen. Wir schwebten durch unser Städtchen und rannten vor imaginären Tieren davon. Wir lagen auf dem Rücken und sahen die Wolken allerlei Spielchen anstellen und versteckten uns vor anderen Menschen, da wir nicht mit ihnen Sprechen konnten. Wir schwiegen im Glaube eines tiefen Einverständnisses und lachten uns gemeinsam durch die Welt aus fliessenden Konturen und voller absonderlicher Erscheinungen. Doch irgendwann Anfangs 1997 merkten wir – es waren unterdessen schon einige «Mitreisende» ausgestiegen bzw. eingeliefert –, dass uns psychedelische Substanzen nicht mehr wirklichauf die Gipfel der Schönheit und des Ausserordentlichen spedierten, sondern uns immer mehr in die eigene unterdessen recht kaputte Psyche drückten. Wir brauchten alle längere Zeit um von den Trips wieder ganz runterzukommen, hatten regelmässige Flashbacks, Schlafprobleme und andere Symptome aufzuweisen (Ich hatte zum Beispiel beim Essen das Gefühl, dass die Lebensmittel nicht mehr von selbst meinen Hals runter wandern wollten, sondern ich sie runterwürgen musste). Wir mussten irgendwie bremsen und brauchten dafür relativ schnell «Generika».

Speed aka Amphetamin war zu viel unspektaulär, ja geradezu lächerlich in seiner Wirkung. MDMA kam nicht in Frage wegen der kurzen Dauer und des Hangovers. Koks war zu teuer und mir persönlich zu dumpf (hat im Endeffekt wohl am meisten Vollzeitsüchtige in meinem Bekanntenkreis hervorgebracht). Also bleib eigentlich nur noch Sugar. Wir hatten alle die Bilder von Junkies im Kopf und wussten, um die hochgradige Gefahr, die ein regelmässiger Heroinkonsum mit sich bringt. Dennoch kauften wir uns an einem Wochenende ein Gramm und rauchten im Wald einige Folien. Wir kotzen grossartig rum, aber das Zeug war der Hammer: Ich lag bei Tagesanbruch unter einem Baum, der schützend seine Krone über mich spannte und regelmässige Muster aufwies, welche von den Sonnenstrahlen in herrlichster Herrlichkeit beschienen wurde. Wärme strömte in meine Glieder, ich war geborgen im Schoss der Mutter Erde und fühlte mich unendlich behaglich… Am nächten Tag kotzte ich mir die Lunge aus dem Körper und beschloss – nun nüchtern –, die Scheisse sein zu lassen. Ich rauchte zwar in der Folge noch einige Male Sugar, aber nicht mehr in der hohen Konzentration wie das erste Mal. Pj und Le stürzten auf das Zeug ab (Pj ist heute weg, dafür aber in einer Psychiatrie und von Le kann ich nichts mit Sicherheit sagen). Dass ich selbst nicht darauf abstürzte hatte auch damit zu tun, dass in den Wochen nach dem ersten Heroin-Konsum (aber nicht in kausalem Zusammenhang) meine drogeninduzierte Psychose mit einem Schlag den absolut zentralen Platz in meinem Leben einnehmen: Ich wollte nach einer Schulpause gerade hoch ins Klassenzimmer, als mitten auf dem Treppenabsatz mir der Himmel auf den Kopf fiel und ich den Boden unter den Füssen verlor um in die dunklen Tiefen zu stürzen…

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Mind-blowing; die erste http://hppd.blogsport.de/2006/09/21/mind-blowing-die-erste/ http://hppd.blogsport.de/2006/09/21/mind-blowing-die-erste/#comments Thu, 21 Sep 2006 00:41:15 +0000 Administrator Allgemein http://hppd.blogsport.de/2006/09/21/mind-blowing-die-erste/ An einem Samstag-Abend – in unserem Städtchen war gerade das alljährliche «Stadtfest» – gingen Pj, Le und ich mal wieder in den Wald um dort unserer unterdessen üblichen Wochenendbeschäftigung nachzugehen. Blöderweise hatte Pj für uns drei bloss zwei Miraculix 500 übrig, so dass wir alle nur dreiviertel abbekamen. Obwohl wir unterdessen bereits ordentlich Erfahrung mit ganzen Miraculix gesammelt hatten, hofften wir noch auf einen guten Flash, weil eine Urban-Legend (oder eben doch nicht) besagt, dass am Rand der LSD-Bogen mehr LSD sich angesammelt habe. Und wir hatten da ganz offensichtlich zwei Trips vom Rand eines Bogens.

Und tatsächlich musste ich mich nach gut dreiviertel Stunden bereits ziemlich an einer knallrot gestrichenen Sitzbank festhalten, auf der wir uns niedergelassen hatten. Nach einer Stunde verliessen wir die Bank fluchtartig aber lachend – wobei ich mir von aussen beim Lachen zuhörte, was ich gar nicht so witzig fand – Richtung (n)irgendwo. Wir hielten uns an den Händen fest, weil wir Angst hatten, einander zu verlieren. Als wir schliesslich nach kurzem Schweben auf einer Lichtung ankamen ging’s derart ab, dass wir uns spontan hinlegen mussten. Es zog mir einfach den Boden unter den Füssen weg und ich sank tief in die Wiese hinein. Mein Körper drohte sich in tausend Ameisen aufzulösen, die in mich und durch mich hindurch krochen. Angst stahl meinen Hals hoch. Doch bevor sich eine Paranoia ausbreiten konnte hatte der Himmel mich vollkommen in seinen Bann gezogen und ich vergass alles um mich herum. Da oben war die Hölle los: Etwa in der Mitte meines Blickfeldes war sowas wie ein schwarzes Loch entstanden, in welches alle Wolken mit ungeheurer Geschwindigkeit hineinströmten während sie durcheinander und ineinander flossen. Das Ganze lief irgendwie symetrisch ab, ich glaube, dass zwei Spiegelachsen in den Himmel eingelassen waren, aber an zählen oder geometrische Figuren deuten war nicht zu denken. Es war nicht so (wie bei schwächeren Trips), dass ich da irgendwie konzentriert hätte hinschauen müssen. Das Zeug war einfach da, so deutlich und real wie die Bäume im Wald – welche unterdessen in allen Farben erstrahlten und jeder hinter sich selbst in vierfacher Ausführung in der Gegend rumstand (schön nach der Farbelehre geordnet). Die Wolken veränderten permanent ihre Farbe und verwandelten sich in Figuren (ich mag mich an Elefanten erinnern) die sich gegenseitig verschlingend ins schwarze Loch brausten. Neben mir lagen Le und Pj, oder besser ich vermutete, dass sie da lagen, ich erkannte nämlich in meiner näheren Umgebung nichts mehr. Da war nur noch WirrWarr, ein Durcheinander von Farben und Formen, welches ich nicht zu beschreiben vermag. Und ebenso sah es mit meinen Gefühlen aus. Diese wechselten von leichter Paranoia über «Erleuchtungsgefühle» (ich sollte auf Psilos noch stärkere «Erleuchtungen» erleben) bis zum Gefühl der Entkörperung, der Auflösung in dem wild wuselnden WirrWarr närrischer Wunderdinge. Nach gefühlten zehn Minuten, die sich als drei Stunden herausstellen sollten, waren wir soweit wieder bei Verstand, dass wir aufstehen und sprechen konnten. Wir schauten uns aber nur verblüfft an und machten uns auf den Weg ans Dorffest. Dabei hielten wir uns wieder an den Händen und verloren jede Orientierung in dunklen Ecken (wir hatten keine Taschenlampen dabei), so dass wir nicht mehr wussten, wo oben und unten ist und der Boden irgendwie durch unsere Beine fuhr (was ich im Nachhinein als blosses Einknicken interpretiere).

Als wir nach langem und abenteuerlichem Vorwärtstasten und -stolpern endlich im Dorf ankamen (wir hatten absolut keine Ahnung, wie spät es ungefähr sein könnte), waren unsere Bekannten und Freunde total betrunken und bedrängten uns entsprechend. Ich erzählte wohl einige wirre Dinge um mich davon zu stehlen. Das Fest selbst erschein mir als eine Ansammlung komischer Wesen, die zwischen lustig und beängstigend hin und her schwankten. Unterdessen waren die Halluzinationen weitgehend zurückgegangen, aber ich hatte das Gefühl, dass aus der feiernden Masse Türme in die Höhe wuchsen, auf denen Clowns und fremdartige Tiere ihr Unwesen trieben. Wegen der zunehmenden Unbehaglichkeit unter lauter Betrunkenen zogen uns dann relativ rasch zurück und liessen den Rausch ausklingen.

Der Trip war am nächsten Tag weitgehend vorbei, ich hatte bloss noch eine Konversation meinem Vater zu erklären, der mich zu hause irgendwelche Sachen gefragt hatte, welche ich bloss mit unzusammenhängenden Antworten zu würdigen wusste. Zum Glück gibt’s für solche Fälle die Ausrede mit dem Alkohol…

PS: Die Geschichte scheint wohl etwas dick aufgetragen. Genau so hat sich der Trip aber zugetragen. Pj und Le bestätigten die selben Erscheinungen bis ins Detail (wobei beide heute leider nicht mehr allzu verlässliche Erinnerungen vorzuweisen haben).

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Lysergsäurediethylamid http://hppd.blogsport.de/2006/09/18/lysergsaurediethylamid/ http://hppd.blogsport.de/2006/09/18/lysergsaurediethylamid/#comments Mon, 18 Sep 2006 13:49:32 +0000 Administrator Allgemein http://hppd.blogsport.de/2006/09/18/lysergsaurediethylamid/ Im Verlauf von etwa einem Jahr entwickelte sich LSD zu einem Dauerbegleiter unserer «Clique». Eine längere Zeit verbrachten wir praktisch jedes Wochenende auf einem «Trip» (auch Psilocybin und Meskalin) und irrten entweder im Wald oder in unserem Städtchen rum. Das war in etwa in den Jahren 1995/96 in denen ich einige aussergewöhnliche Erlebnisse hatte, welche noch zu erzählen sind. Damals waren die «Miraculix 500» und die «Hoffmann-Jubiläums-Trips» (auch Fahrrädchen genannt) sehr in Mode. Beides Teile, die um einiges stärker waren, als die damals handelsüblichen «Filz» (gewöhnliche «Filz» werden mit etwa 100 Mikrogramm LSD angereichert, die Miraculix mit 500 und die Hoffmänner mit 750). Da wir uns an die Teile gewöhnten, war es nicht unüblich, dass wir von den normalen gleich zwei (selten auch mehr) einwarfen. Dies auch weil wir glaubten, dass man sich wie beim Kiffen mit der Zeit an den Flash gewöhne (beim LSD ist das Gegenteil richtig), und weil wir nach dem Motto rumdrogten: «Wenn, dann richtig».

Es entwickelte sich in unserem Kreis eine im Rückblick fatale Grundstimmung, die stark von nihilistischen Elementen geprägt war. Im Verlauf unserer dauernden LSD-Reisen gingen einige gute Freunde verloren. Diese Ausfalls- und (teilweise) Einlieferungserscheinungen korrespondierten aber folgendermassen mit unserer Einstellung: Wir waren uns einig, dass ein Leben auch dann ganz gut zu leben sei, wenn man «Hängengeblieben» war. Die Welt war ohnehin am Arsch, unser Leben hatte nichts zu bieten und in den Psychiatrien lachten die Menschen ja schliesslich auch. Man hatte unter der Woche ohnehin nichts was Spass machte und so verlegte man sein Leben auf die zwei Tage an ihrem Ende. Also machten wir mit dem fast wöchentlichen Konsum auch dann weiter, als die meisten von uns bereits mehrere Tage benötigten, um nach einem «Trip» wieder ganz runter zu kommen. Es fielen dann auch immer mehr Leute weg, angefangen bei Zg – den ich erst Jahre später im Zuge einer antifaschistischen Mission wieder zu sehen bekommen sollte – über Le bis es dann irgendwann mich erwischte und ich feststellen musste, dass es sich mit einer drogeninduzierten Psychose eben doch nicht (gut) leben lässt. Was es bedeutet, wenn einem die Wochen und Wochenenden plötzlich zu einem einheitlichen Brei verschwimmen, der von Fallen, Messern und allerlei «Zeichen» gespickt ist, soll hier aber später behandelt werden. Vorerst war noch alles einfach unglaublich.

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Here we go http://hppd.blogsport.de/2006/09/15/here-we-go/ http://hppd.blogsport.de/2006/09/15/here-we-go/#comments Fri, 15 Sep 2006 13:15:29 +0000 Administrator Allgemein http://hppd.blogsport.de/2006/09/15/here-we-go/ Irgendwann im Sommer 1995 kam die Substanz ins Spiel, die fortan unser fast ständiger Begleiter werden sollte. Lysergsäurediethylamid, besser bekannt als LSD. Wenn man sich heute Drogen-Informations-Portale durchsieht oder sich bei Leuten umhört, die es «gut meinen mit der Jugend», dann erfährt man immer eines: Wenn man mit psychedelischen Drogen anfängt zu experimentieren, dann bitte erst mit softeren Sachen und nicht gleich mit «Trips». Naja, bei mir kam’s ganz anders und zwar so:

An einem Mittwochabend trafen wir uns wie gewöhnlich um am sogenannten «Abendverkauf» abzuhängen. Am Mittwoch hatten die Läden in unserem Städtchen bis zwanzig Uhr offen und deshalb hatte man sich an der einzig halbwegs urbanen Strasse einzufinden. Nun brachte an diesem Abend Le ein kleines Stückchen Papier mit, welches er von irgend jemandem gekauft hatte und welches man «Trip» nannte. Da wir wie auch von sonst allem keinerlei Ahnung von der Wirkung hatten, beschlossen wir, das Teil einzuwerfen obwohl wir beide am nächsten Tag zur Arbeit musste. Nach gut einer halben Stunde glaubten wir, dass das Ding ein Fake war und beschlossen in einem Supermarkt einige Biere zu erstehen. Als wir die Pforte des Marktes durchschritten hatten bot sich mir ein ungeahntes Schauspiel. Das innere des Gebäudes erstreckte sich in weite Ferne und rund um mich herum schien irgendwie alles in Bewegung. Ausserdem hatte ich plötzlich das Gefühl, aus meinen Augen wie aus einem fremden Kopf zu schauen. Wir beschlossen doch kein Bier zu kaufen und machten – bereits lachend – auf dem Absatz kehrt und traten ins Freie. Dort stellte ich mit Erstaunen fest, wie verdammt hoch der Himmel eigentlich ist. Ich schaute Le an, der schien komisch rötlich zu leuchten und lachte mir ins Gesicht. Zeitgleich begannen wir zu laufen. Raus aus der Menschenmenge. Raus aus dem Dorf. Laut lachend fanden wir uns in einem Wohnquartier wieder, in welchem uns ein Hund bellend begrüsste, was uns veranlasste wiederum einige hundert Meter zu rennen. Lauthals lachend kamen wir auf einer Wiese hinter einem alten Schuppen zum stehen, der Trip hatte uns voll erfasst. Optisch hatte sich nicht allzuviel verändert: die Gesichter der Menschen waren zu komischen regungslosen Masken geworden und die Dinge um uns herum schienen in langsamer gleichmässiger Bewegung begriffen. Die Haut von Le schimmerte rötlich und sein Gesicht schien mir ziemlich fremd. Gefühlsmässig ging’s voll ab. Zum einen hatte ich wie auf LSD üblich ein sehr stranges Körpergefühl, wusste nicht mehr, ob ich auf die Toillette musste, wusste nicht, was mit meinen Armen anzufangen und hatte Knie wie Butter und eine Brust aus Wachs. Zudem hörte ich mir selbst beim Sprechen zu, was immer wieder Lachattacken auslöste, in welche Le einstimmte. Man kann die psychischen «Gefühle» leider kaum bis nicht beschreiben, es ist als wolle man etwas erklären, was ausserhalb des Erfahrungshorizonts der meisten Menschen ist. Als wolle man Glücksgefühle oder Angst jemandem erklären, der es nicht selbst nicht kennt. Wie auch immer. In diesem Zustand machten wir uns, nachdem wir nach etwa zwei Stunde herumirren und immer wieder neues entdecken an unseren «Stammplatz» zurückgefunden hatten, auf um bei Hs den restlichen Abend zu verbringen. Dieser bewohnte eine eigene Etage im Haus seiner Eltern. Ich war schon dutzende Male da gewesen, aber als ich das Zimmer betrat war alles anders: Die Bilder an den Wänden schienen aus dem Boden zu wachsen, das Bett war riesig und irgendwie in der Mitte verkrümmt, die Maserung der Holzbalken veränderte sich zusehends. Den restlichen Abend verbrachte ich damit, einen riesigen Knoten aus den Gardinenschnüren zu entwirren, was meine gesamte Aufmerksamkeit beanspruchte und mich ziemlich nahe an einen Nervenzusammenbruch brachte.

Um etwa elf Uhr machte ich mich auf nach Hause um – mich an meinen Eltern vorbeischmuggelnd – gleich ins Bett zu gehen. Einschlafen konnte ich unmöglich, meine Gedanken kreisten um alles mögliche: um Formen, um Farben welche spontan vor meinen Augen erschienen und wieder verschwanden. Ich konnte keinen normalen Gedanken fassen und wenn ich die Augen öffnete, so sah ich mein Zimmer in drei Etagen bzw. Dimensionen unterteilt. So verbrachte ich die nächsten Stunden bei Dämmerlicht in meinem Zimmer und untersuchte mein Zimmer, bis ich schliesslich spät Morgens einschlief. Am nächsten Tag ging ich Arbeiten und schlief auf der Toilette ein.

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Methylendioxy-N-methylamphetamin http://hppd.blogsport.de/2006/09/13/methylendioxy-n-methylamphetamin-mdma/ http://hppd.blogsport.de/2006/09/13/methylendioxy-n-methylamphetamin-mdma/#comments Wed, 13 Sep 2006 12:46:28 +0000 Administrator Allgemein http://hppd.blogsport.de/2006/09/13/methylendioxy-n-methylamphetamin-mdma/ Meine Erfahrungen mit MDMA beschränken sich auf eine überschaubare Anzahl. Wir stiegen relativ schnell auf LSD um, welches zum einen billiger war und länger einschlug und zudem ganz neue Welten eröffnen sollte – aber dazu später. Als wir Ectasy entdeckten, waren Organisationen wie «Eve & Rave», die die Tabletten nach Inhaltsstoffen analysieren, noch marginale Erscheinungen und selbst wenn nicht, hätten sie uns wohl nicht erreicht. Wir schmissen einfach alles rein, was wir in die Finger bekamen. Von Nach- und Nebenwirkungen hatten wir keine Ahnung, wenn wir sie denn nicht am eigenen oder zumindest einem uns bekannten Leibe zu spüren bekamen.

Den Silvester 1995/96 verbrachten wir, die wir sonst unsere Räusche im Wald oder einfach auf der Strasse erlebten, an einer Technoparty. Darüber gibt es eigentlich nur zu berichten, was es über 90% der MDMA-Abende zu berichten gibt. Pj und Le kannten bald die ganze Halle und tanzten durch die Menge, Le so stark und lang mit den Fingern schnipsend, dass sie am Morgen blutig waren. Hs mahlte mit seinem Kiefer rum, hatte riesen Pupillen und sah mit seinen wirren Haaren aus wie ein junger Dr. Gonzo aus «Fear an Loathing in Las Vegas» und gestikulierte auch beängstigend ähnlich. Dabei unterhielt er etwa dreissig Leute mit höchst abenteuerlich klingenden Geschichten, welche er direkt auf der Treppe zum Damenklo zum besten gab. Ich selbst tanzte ein wenig und sass die restliche Nacht kiefernd und bibbernd in einer Ecke und liess mich von einer Dame trösten, die mir Zitronen und Wasser brachte. Nach der beschriebenen Nacht kam Hs einige Tage nicht mehr klar. Er ging nicht zur Schule (bzw. sehr sporadisch) und spazierte dafür länger durch unser Städtchen um vor farbigen Reklametafeln stehen zu bleiben – es gab damals eine Werbung für einen Fertigsalat, die ihn besonders faszinierte. Wir machten uns ernsthafte Sorgen um ihn, hätten aber nicht im Traum daran gedacht irgendwas an unserem Konsum zu ändern (wir nahmen damals unregelmässig MDMA aber jedes Wochende irgendwas). Nach einige Tagen pendelte sich das ganze wieder ein und wir konnten uns wieder gemeinsam die Birne wegblasen.

An einer berufsbegleitenden Schule lernte ich einen Typen kennen, mit dem ich in jeder Pause Kiffen ging. Er war der klassische Raver, jedes Wochende an irgend einer Party und immer voll «druff» und das bereits seit Jahren. Nun merkte man das dem guten Mann auch tatsächlich an, zum einen hatte er Mühe, ein längeres Gespräch vernünftig zu führen und zum anderen gab er an, keine Bücher mehr lesen zu können, weil die Buchstaben tanzen würden – das störte ihn aber nicht weiter, er tanzte ohnehin viel lieber mit. Einige Bekannte waren in den späten Neunzigern auch wöchentlich (und ab und an unter der Woche) auf «E» und haben im Nachhinein betrachtet wenige bleibende Schäden davongetragen. Wobei das sehr schwierig einzuschätzen ist, weil fast alle von denen schon vorher ultranervös und dumm wie Brot waren oder heute auf Koks abgestürzt sind.

Meine eigenen negativen Erfahrungen mit MDMA halten sich sehr in Grenzen. Ich hab nie Nachwirkungen verspürt (vom «Kater» mal abgesehen). Ich habe lediglich die ersten Abgründe entdeckt, die sich in mir auftun wollten, so dass ich ein/zweimal eine Rauschlänge mit dasitzen, mit dem Kiefer mahlen und vor mich hinstarren verbrachte (das eine mal in der oben beschriebenen Nacht). Das Problem am Ectasy war halt immer, dass man sich über die genauen Inhaltsstoffe im Unklaren war und entsprechend auch nicht wusste, was da gerade «schräg einfuhr». So behauptete Bi, dass er mal eine Pille mit Strychnin-Anteil geschluckt und anschliessend die Nacht mit krassesten Halluzinationen im Bett verbracht habe. Zudem musste ich feststellen, dass sich die Wirkung zunehmend einschliff und nie mehr den Level der ersten Erfahrung erreichen sollte – was aber natürlich davon abhing, dass wir – besonders zu Anfang – nur kurze Pausen (in den erste beiden Monaten ein bis zwei Wochen) zwischen den Einnahmen einlegten.

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Step in and take a look http://hppd.blogsport.de/2006/09/12/step-in-mdma/ http://hppd.blogsport.de/2006/09/12/step-in-mdma/#comments Mon, 11 Sep 2006 23:04:55 +0000 Administrator Allgemein http://hppd.blogsport.de/2006/09/12/step-in-mdma/ Irgendwann im Frühjahr 1995, ich war sechzehn Jahre jung geworden, gab es in meiner Region eine längere Haschflaute. So zumindest erkläre ich mir heute, dass wir kein Hasch, geschweige denn Öl, organisieren konnten. Und so entschlossen wir uns die unscheinbaren weissen Pillen zu probieren, welche uns im Spielsalon schon mehrfach angeboten worden waren.

An einem Samstag-Abend trafen wir uns in der Wohnung von Pj, dessen Eltern für den Abend ausgegangen waren. Jeder von uns vieren bekam eine Pille, von der wir weder den Inhaltsstoff, noch die Art oder Länge der Wirkung kannten. Wir waren bereits das, zu dem wir uns in den Folgemonaten vollends entwickeln sollten: Drogenkinder. Keine Ahnung von Nichts, aber reinhauen was man in die Finger kriegt. Es handelte sich bei den erworbenen Tabletten um einen damals üblichen Mix aus (viel) MDMA und (wenig) Amphetamin, wie ich später erfuhr. Nachdem wir das Teil mit etwas Wasser runtergespült hatten, gingen wir ins Zimmer von Pj und zockten an der Playstation. Nach etwa fünfzehn Minuten stellten wir enttäuscht fest, dass das Zeug bei uns scheinbar nicht wirkte. Nach weiteren fünfzehn Minuten fanden wir plötzlich die Musik des PS-Games wesentlich faszinierender als das Spiel selbst und Pj entschloss sich spontan zu tanzen. Und nochmals fünfzehn Minuten später waren wir total durch: ich lief im Kreis und sagte ständig vor mich hin: «Ich will ein guter Sänger sein, ich will eine guter Sänger sein…». Pj, Le und Hs überboten sich gegenseitig in ihrer Tanzperformance und stampften dabei derart laut durch’s Zimmer, über den Schreibtisch und schliesslich durch die ganze Wohnung, dass wir uns entschlossen, den weiteren Rausch draussen zu verleben.

Wir schnappten unserer Räder und fuhren im eilzugstempo und himmelhoch jauchzend zu einem kleinen Weiher in der Nähe. Dort tanzten wir, den Kopf im Himmel, zu Punksound aus einem kleinen Radio, welches Pj mitgenommen hatte. In meiner Euphorie zog ich mich bis auf meine Unterhosen aus und rannte, meine Hose über dem Kopf schwingend, um den Weiher, während mir die anderen lauthals zujauchzten. Nach einigen Runden und Liedern, beschlossen wir, an eine Party zu fahren, welche mit den Fahrrädern etwas drei Stunden entfernt lag – wir waren zu allem fähig, nichts stand uns im Weg. So machten wir uns auf, die feste Überzeugung im Gepäck, dass wir die ganze Nacht durchfeiern und tanzen konnten, selbst wenn wir es nicht bis zur Party schaffen würden. Das stellte sich als grosser Irrtum raus, als wir nach etwa einer Stunde Fahrt zwischen zwei Dörfern feststellten, dass wir eigentlich gar keine Lust mehr auf Party hatten und auch sonst eigentlich Bock auf sehr wenig – vorallem nicht auf Radfahren. Wohl oder übel mussten wir aber den Weg zurück unter unsere Räder nehmen, welcher sich als wesentlich länger und beschwerlicher herausstellte als der Hinweg. Zudem musst ich festestellen, dass mein Portemonnaie verschwunden war. Es hatte sich bei meiner Tanzeinlage am Weiher spontan aus der Hosentasche verabschiedet (Ich fand es am nächsten Tag wieder).

So lernte ich, dass man von den lustigen Pillchen am besten immer mehrere hat, welche man gegebenenfalls gleich nachwerfen kann. Was das aber teilweise für Zustände nach sich zieht, sollte ich erst später erfahren.

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Tetrahydrocannabinol http://hppd.blogsport.de/2006/09/10/tetrahydrocannabinol-thc/ http://hppd.blogsport.de/2006/09/10/tetrahydrocannabinol-thc/#comments Sat, 09 Sep 2006 22:00:43 +0000 Administrator Allgemein http://hppd.blogsport.de/2006/09/10/tetrahydrocannabinol-thc/ Bevor ich in die Welt ober- bzw. unterhalb des THC-Rausches eintauche, möchte ich hier noch einige Zeilen dem angenehmen «Snack» für zwischendurch widmen. Ich kiffe unterdessen nicht mehr, halte aber THC nach wie vor für eine persönliche Antwort auf einige der vielen Probleme, die uns diese Welt täglich beschert (insbesondere wenn man bei der Lohnarbeit Stress ausgesetzt ist – eigentlich eine Tautologie).

Die ersten Hasch-Räusche, die ich erlebte, waren sehr intensiv. Wir hatten lange Lachkrämpfe und spielten allerlei komische Spiele wie Achterbahn auf dem Rücken liegend (man machte dazu Geräusche und schupste und schüttelte sich gegenseitig). Oder wir lagen einfach in der Wiese oder auf Parkplätzen und starrten in den aussergewöhnlich blauen Himmel. Irgendwann kam die Mode auf, sich gegenseitig ohnmächtig zu machen, indem man hyperventilierte oder sich Press-Ventis verabreichte. Naja, wir waren damals so um die vierzehn Jahre alt.

An meinen ersten Haschöl-Rausch (nicht zu verwechseln mit dem weit weniger potenten und heute «handelsüblichen» oder gar selbstgemachten Öl aus Gras) erinnere ich mich noch gut. Haschöl war für mich ein Novum und wir erreichten tatsächlich einen Zustand, der weit über die uns bekannten THC-Räusche hinaus ging. Ich und Le glaubten damals, dass wir in einem Trailerpark etwas ausserhalb unseres Städtchens – Zugang für Nicht-Campierende verboten – Unsinn machen könnten, weil eh alle «geil drauf» seien. Und so steckten wir unter lautem Gelächter und ohne Rücksicht auf Auffälligkeit oder Konsequenzen an diversen Wohnwagen die Stromkabel aus und spritzten mit einem Gartenschlauch auf dem Areal rum. Mit dem Resultat, dass uns ein Securitas den Bullen übergeben wollte, was wir durch wildeste Lachanfälle und schnelles Davonlaufen jedoch zu verhindern wussten.

In der Folgezeit begann Öl und die orale Einnahme des selbigen (oder notfalls grosse Mengen von Hasch) eine wichtige Rolle in meinem Wochenplan zu spielen. Am Wochenende wollte man – von der Woche völlig zerschlissen und im Kaff ohnehin nichts los – wenigstens eine gute Zeit verbringen und so machten wir uns Zucker oder notfalls Hasch-Cakes und -Joghurts. Eine der eindrücklichsten und wunderbarsten Erfahrungen in diesem Zusammenhang machte ich nach der Einnahme eines starken Öl-Zuckers an einem sonnigen Sonntagnachmittag. Wir fuhren mit unseren Fahrrädern an einen nicht weit entfernten Fluss und hatten schon unterwegs eine Unmenge faszinierender Dinge zu entdecken: spazierende Familien mit surealen Kinderwägen, Vögel, die dicht über unseren Köpfen flogen, ein wunderbar schillernder Fluss. Nicht, dass sich da optisch riesig was verändert hätte, aber die Dinge schienen alle direkt aus einem Märchenbuch entsprungen und darum sehr wunderbar – teilweise auch etwas unheimlich, nie aber beängstigend (ich hatte damals noch eine sehr stabile Psyche, wie man wohl sagt). Als wir an unserem spontan gewählten «Ziel» angekommen waren – eine hohe Treppe, die zu einem Kiosk führte – war der Rausch auf seinem Höhepunkt. Der eigentlich sehr unansehnliche Maschendraht-Zaun, der den Kiosk umgab, erschien mir tatsächlich als eine veritable Burgmauer. Ds, welcher zwei Stufen oberhalb von mir sass und pausenlos lachte, benahm sich wie ein Fürst. Er hatte als einziger der Gruppe etwas zu trinken und ich verdurstete schier in der brütenden Sonne. So flehte ich ihn um etwas Wasser an, und er – sich in seiner Rolle sichtlich wohlfühlend – lachte bloss über mich, der sich derart theatralisch abmühte. Nun war es aber nicht so, dass ich darunter irgendwie gelitt hätte, im Gegenteil gefiel ich mir sehr in dieser Rolle und hatte – nachdem ich den Schluck dann doch erhalten hatte – das Gefühl, dass die ganze Umgebung mitsamt den Leuten rundherum optimal in mein Märchenbild passen würden. Das nennt man wohl optimales Setting oder so. Mit so Theoriekram hab ich mich aber nie ausgekannt. Auf jedenfall war das ganze eine wunderbare Sache und gegen Abend klang es dann auch schön sauber aus, so dass ich problemlos mit meinen Eltern zu Abend essen und von meinem schönen Tag am Fluss erzählen konnte.

Es gab noch einige Stunden und Tage, die in eine ähnliche Richtung wiesen, aber mir wurden die häufigen starken Dosierungen teilweise auch etwas viel – immer aber bloss unangenehm, nie hatte ich wirklich Paranoia oder etwas in die Richtung (mit einer Ausnahme bei einem Haschkuchen, bei dem ich das Gefühl hatte, mich irgendwie zu verlieren). Wir rauchten damals häufig «den Zauberer», eine Bong in Form eines Zauberers, bei der man das «Käppchen» immer ganz runterziehen musste. Dieses füllten wir häufig mit Hasch pur und liessen «den Zauberer» kreisen, das führte dann nach einigen Runden schon ab und an zu recht intensiven Zuständen. Dies auch, weil das Kiffen (nicht aber die orale Einnahme) unterdessen Tagesritual wie das «täglich Brot» geworden war und es mich eher «reindrückte», als dass ich noch auf den «Lacher» oder ähnlich kam. So presste es mich dann halt einfach stärker in den jeweiligen Sessel rein und die Wahrnehmung zog sich irgendwie zurück, so dass ich das ganze wie von weiter weg wahrnahm.

Alles in allem habe ich THC als eine sehr angenehmen Sache kennengelernt. Dass es aber eine Frage der Psyche ist, stellte ich fest, als ich in späteren Jahren noch Wochen nach massivem LSD-Konsum beim Kiffen teilweise starke Flashbacks (die teilweise mehrere Stunden anhielten) und Paranoia-Schübe bekam. Vermutlich würde ich aber noch heute kiffen, wenn ich nicht spontan von einem Tag auf den anderen aufgehört hätte, nachdem ich noch mit dreiundzwanzig täglich um die acht bist zehn Tüten (gemeinsam mit Freunden) geraucht habe.

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Startpunkt http://hppd.blogsport.de/2006/09/08/startpunkt/ http://hppd.blogsport.de/2006/09/08/startpunkt/#comments Fri, 08 Sep 2006 17:33:43 +0000 Administrator Allgemein http://hppd.blogsport.de/2006/09/08/startpunkt/ Aufgewachsen bin ich in einer Kleinststadt von gut zehntausend Einwohner. Die Hauptschauplätze meiner Jugend waren ein Spielsalon, der Bahnhof, ein kleiner See und ein Wald, welcher an des Städtchen grenzte. Ich wurde in eine einigermassen intakte Familie hineingeboren. Nach Abschluss der Schule wurde ich in einem Druckereibetrieb zum Arbeiter erzogen, ein Vorgang, dessen Sinn sich mir bis heute nicht erschliesst.

Mit etwa dreizehn Jahren – im Jahr 1992 – begann ich zu Kiffen. Eine Sache, die damals in unserem Städtchen noch schwer verpönt war und als Drogenkonsum galt. Entsprechend schwierig war es für uns, das Zeug aufzutreiben und entsprechend versteckt mussten wir es konsumieren. Dennoch erhöhten wir (Pj, Le, Hs, Br und Ich) innerhalb eines Jahres den Konsum von gelegentlich auf täglich. Wenn möglich trafen wir uns bereits morgens vor der Schule in einem Wäldchen und rauchten unseren ersten Joint, um den Scheiss, der da erzählt wurde einigermassen zu ertragen. Als Schüler waren unsere Geldmittel sehr beschränkt und so klauten wir mal Geld bei den Eltern oder versuchten Hasch zu überteuerten Preisen an Mitschüler zu verticken. In diesen ersten Jahren meiner «Karriere» ereigneten sich, noch auf niedrigem Level, einige lustige und einige erst im nachhinein lustige Storys:

Im zweitletzen Schuljahr mussten wir im Bio-Unterricht einen Weiher abzeichnen. Zu dritt machten wir uns auf und rauchten unterwegs eine Tüte. Blöderweise war Mi mit dabei, der sich insbesondere dadurch auszeichnete, dass er nach dem Kiffen total unzurechnungsfähig wurde. Nachdem wir Mi nach einer halben Stunde den Weiher ins Heft gezeichnet hatten – während dieser irgendwo im Wald rumrannte und rumbrüllte – mussten wir in’s Schulzimmer zurück. Wir erklärten Mi – dieser unterdessen völlig bleich – dass er besser nach Haus gehe und wir es dem Leher schon irgendwie verklickern könnten. Nun war Mi aber nicht bloss unzurechnungsfähig, sondern auch sehr dickköpfig und entsprechend kam er mit in die Schule – ein nicht ganz unbedrohliches Szenario für drei vierzehnjährige. Su stützte Mi und blieb mit ihm (wankend und bleich) an der Türe zum Schulzimmer stehen, während ich – selber recht zittrig auf den Beinen – auf den Lehrer zuging um ihm die Unterlagen abzugeben. Dieser merkte aber logisch, dass da was im Busch war und fragte – zum Glück nicht vom Schreibtisch aufstehend – Mi ob alles in Ordnung sei. Dieser entgegnete stotternd, dass ihm übel sei und dass er nach Hause müsse. Mit diesen Worten riss er sich von Su los und stolperte davon. Der Lehre schluckte das absurderweise und bemerkte auch die Schweissperlen auf meiner Stirn nicht.

So zogen die Jahre ins Land: Wir kifften uns täglich die Langeweile weg und die Lachkrämpfe und ander lustige Erscheinungen von früher schliffen sich mehr und mehr ein. Mi mussten wir aus allerlei haarigen Situationen retten (einmal sollte er bei mir übernachten und lag mehrer Stunden in meinem Zimmer flach, während meine Mutter immer wieder reinkam) und mit den Bullen kamen wir auch das erste Mal in Konflikt, die hatten damals eine «Kifferliste» mit etwa 150 Namen erstellt. Wenn’s mal nichts zu kiffen gab, versuchten wir irgendwo Alk aufzutreiben oder rauchten zur Abwechslung mal Muskatnuss, Ingwer oder was man sonst so auftreiben konnte – meist ohne eine Rauschwirkung zu erzielen.

Ich hatte unterdessen die Schule verlassen und war in der Druckerei der täglichen Plackerei wiederum nur gewachsen, wenn ich mir morgens die erste Tüte reinpfiff. Nun alleine, weil meine Freund in anderen Betrieben arbeiteten oder arbeitslos rumhingen. So ging das Tag für Tag, bis ich mit sechzehn während einer grossen Haschflaute meinen ersten Kontakt mit MDMA hatte…

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Dieses Weblog http://hppd.blogsport.de/2006/09/08/das-bin-ich/ http://hppd.blogsport.de/2006/09/08/das-bin-ich/#comments Fri, 08 Sep 2006 15:53:16 +0000 Administrator Allgemein http://hppd.blogsport.de/2006/09/08/das-bin-ich/ Auf diesem sogenannten Weblog werde ich meine Rauscherfahrungen von früher vortragen, welche ich selbst wieder aus dem Keller meines Bewusstseins kramen muss – was durchaus eine emotionale Herausforderung ist. Unterdessen bin ich seit über 8 Jahren frei von harten Drogen (von Alkohol mal abgesehen). Dieser Weblog soll aber keineswegs eine Warnung oder eine Aufforderung zum Konsum temporär bewusstseinsverändernder Substanzen sein, sondern lediglich meine Erfahrungen damit darlegen. Wenn der Eindruck entstehen sollte, dass im Nachhinein die negativen Auswirkungen überwiegen, so täuscht das vermutlich nicht, aber es sollen auch die durchaus wunderbar-wirren Stunden und Tage so erzählt werden, wie sie erlebt wurden. Immer wieder auftauchende Freunde und Drogenfreunde werden mit Kürzel wiedergegeben. Unter dem Strich ist heute wohl über ein Drittel der in den Geschichten auftauchenden Protagonisten von HPPD, drogeninduzierten Psychosen oder anderen mehr oder weniger krassen Eingriffen in die Souveränität des Ichs betroffen. Aber immer der Reihe nach…

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